Sind die Küken geschlüpft, beginnt der wichtigste Teil: Ihre ersten Wochen prägen ihre spätere Gesundheit. Dieser Ratgeber behandelt den Aufbau der Aufzuchtbox, die Temperatur Woche für Woche, die Fütterung und den Zeitpunkt, ab dem die Küken nach draußen dürfen.

Wie lange sollten Küken im Brüter bleiben?

Lass die Küken nach dem Schlupf 12 bis 24 Stunden im Brüter trocknen und ruhen, ohne sie zu füttern. Dank des kurz vor dem Schlupf aufgenommenen Dottersacks kommt ein Küken 24 bis 48 Stunden ohne Futter aus, bis die ganze Brut geschlüpft ist. Setze die Küken erst in die Aufzuchtbox, wenn sie ganz trocken und flauschig sind.

Die Aufzuchtbox einrichten

Die Aufzuchtbox ist ein warmer, trockener, zugfreier Bereich: eine große Wanne, ein stabiler Karton oder ein Kükenauslauf eignen sich. Sorge für eine Wärmequelle (Wärmeplatte oder Lampe), eine Tränke, einen Futtertrog und saugfähige Einstreu. Rechne in der ersten Woche mit mindestens 250 cm² pro Küken und vergrößere den Platz mit dem Wachstum.

Welche Temperatur, Woche für Woche?

Halte in der ersten Woche 32 bis 35 °C und senke die Temperatur dann um etwa 3 °C pro Woche, bis du um die fünfte oder sechste Woche die Raumtemperatur (etwa 20 °C) erreichst. Der beste Anhaltspunkt ist das Verhalten: Küken, die sich unter der Lampe drängen, frieren, Küken, die die Wärme meiden und hecheln, ist es zu heiß, gleichmäßig verteilte Küken fühlen sich wohl. Eine Wärmeplatte ist sicherer als eine Lampe und lässt die Küken selbst wählen.

Was trinken und fressen Küken?

Biete sauberes, lauwarmes Wasser gleich beim Einzug in die Aufzuchtbox an, in einer flachen Tränke, um Ertrinken zu vermeiden. Als Futter deckt ein Kükenstarterfutter mit etwa 20 % Eiweiß in den ersten Wochen alle Bedürfnisse ab. Du kannst den Schnabel der ersten Küken kurz ins Wasser tauchen, um ihnen das Trinken zu zeigen. Vermeide in dieser Phase Küchenreste und Leckerbissen.

Einstreu und Sauberkeit

Verwende saugfähige Einstreu wie Holzspäne (niemals Zeder, giftig) oder rutschfestes Papier für die allerersten Tage. Nur Zeitungspapier ist zu glatt und kann zu gespreizten Beinen führen. Wechsle verschmutzte Einstreu regelmäßig: Eine feuchte Aufzuchtbox begünstigt Krankheiten wie Kokzidiose. Halte Wasser und Futter sauber und wenn möglich erhöht.

Ein gesundes Küken erkennen

Ein gesundes Küken ist wach, neugierig, frisst, trinkt und piept normal. Achte auf verklebte Kloake (Pasting), eine Kotansammlung, die den After verstopft: Reinige sie bei Bedarf vorsichtig mit warmem Wasser. Isoliere jedes teilnahmslose Küken mit hängenden Flügeln oder das abseits bleibt, und halte es warm. Das regelmäßige Verfolgen von Gewicht und Zustand jedes Kükens hilft, ein Problem früh zu erkennen.

Wann dürfen Küken nach draußen?

Küken dürfen endgültig nach draußen, sobald sie voll befiedert sind und die Außentemperatur es zulässt, meist um die 5 bis 6 Wochen. Bei mildem Wetter sind kurze, beaufsichtigte Ausflüge schon ab 3 bis 4 Wochen möglich. Gewöhne sie an die Kälte, indem du die Wärme vor dem Umzug reduzierst, und stelle sicher, dass der Außenbereich raubtiersicher ist.

Jungtiere in den erwachsenen Bestand einführen

Setze Jungtiere niemals abrupt zu erwachsenen Hennen: Die Hackordnung ist hart und Verletzungen sind möglich. Warte, bis die Jungtiere fast die Größe der Alttiere haben, und nutze dann die Sehen-aber-nicht-berühren-Methode: Trenne beide Gruppen ein bis zwei Wochen durch ein Gitter, damit sie sich sehen, ohne zu kämpfen, bevor du sie zusammenführst, idealerweise abends auf der Stange.